Crash

Crash 2020

Der Crash und meine Einschätzung:

Eigentlich habe ich persönlich nicht gedacht, dass sich der Crash so früh vollziehen würde. Viel mehr dachte ich an einer Wirtschaftskrise Anfang September oder Oktober, die sich dann im kommenden Jahr zu einem Crash entwickeln würde.

Jetzt ist er da …der Crash …und viel früher gekommen, als geplant. Er war jedoch längst überfällig und ich wusste das. Daher stellte ich mir stehts die Frage, wann der Crash kommen wird und nicht, ob er kommen wird. Auslöser war und ist das Coronavirus, das zurzeit die ganze Welt in Atem hält.

Sollte sich die Lage nicht drastisch verbessern und damit meine ich vor allem die wirtschaftliche Lage, die durch das Virus zu einem großen Teil bereits weltweit lahm gelegt worden ist. Dann kann es zu einer Weltwirtschaftskrise kommen, die natürlich in erster Linie alle Banken betrifft.

Das heißt: Zu aller erst wird es die kleinen und mittelständischen Unternehmen treffen. Sie werden ihre Kredite nicht mehr bedienen können und gehen wahrscheinlich in Konkurs. Als nächstes werden auch immer größere Unternehmen in Zahlungsschwierigkeiten kommen, die wenig Eigenkapital besitzen und einen hohen prozentuellen Anteil an langfristige Schulden zurückzahlen müssen. Sie haben meist einen sehr geringen Anteil an der Liqudität 1. Grades, oft sogar unter 10% und besitzen nur wenig Cashflow- Reserven.

Auch die Immoblienbranche wird es hart treffen und viele Haus- und Wohnungsbesitzer können ihre Kredite nicht mehr bedienen, weil sie nicht Arbeiten können und zu Hause bleiben müssen. Geschäfte bleiben geschlossen und die gesamte Wirtschaft kommt zum Stillstand. Dadurch kommt es zu großen Zahlungsausfällen von seiten der Banken und führt schlussendlich zur ersten großen Pleite.

Spätestens, sobald die Nachricht um die Welt geht, werden die Menschen ihr hart verdientes Gelder von den Banken abzuziehen und anfangen unter ihrem Kopfkissen zu horten. Bis sie eine bessere und vor allem sichere Möglichkeit gefunden haben, ihr Geld langfristig zu investieren.

Bereits vor einer Woche haben sich bei uns mehrere Banken zusammengeschlossen und ein gemeinsames Interwiew abgehalten. Zweck dieses Interwiews war es der Bevölkerung nachdringlich mitzuteilen, dass ihre Gelder sicher sind. Und ich kann in diesen Fall nur für mich sprechen. Wenn ich etwas von der Wirtschaftskrise 2008 gelernt habe, dann ist es den Banken nicht zu vertrauen, wenn sie davon sprechen, dass ihre Einlagen sicher sind.

Der Crash und Dein Geld

Du bist ein Anleger so wie ich, aber hast Dich bis jetzt noch nicht getraut in den Markt einzusteigen?

Dann solltest Du vor allem Deine Chance sehen und jetzt anfangen, einen kleinen Teil Deines Geldes in ein paar Blue Chip Aktien zu investieren.

Crash-Regeln:

  1. Der Nettogewinne und der Umsatz sollten in den letzten 5 Jahren stetig gestiegen sein.
  2. Die Unternehmen sollten mindestens eine Eigenkapitaquote von 60% haben und
  3. die langfristige Verschuldung sollte nicht höher sein, als das 3 Fache des Nettogewinnes.
  4. Prüfe auch, ob die Unternehmen genügend Liquide Mittel besitzen, um für die nächsten 2 Jahre zu überleben.

Ich möchte nicht, dass Du Dein gesamtes Erspartes heranziehst, nur weil jetzt gerade alles billig zu haben ist. Leider passiert es immer wieder, dass das billigste in einem Crash oft nicht billig genug ist und daher weiter fällt bis nichts mehr übrig bleibt.

Wenn Du Deine Hausaufgaben gemacht hast und Dich an den 4 Punkten hälst, dann hast Du eine gute Chance, als Gewinner dieser Krise hervorzugehen. Ich möchte betonen, dass ein Restrisko immer besteht und selbst der erfahrenste Investor könnte unter Umständen alles verlieren. Aber dieses Risiko musst Du eingehen. Wenn auch das Risiko sehr gering ist, so ist es real und ständig present.

Du weißt nicht, ob der Crash bereits vorbei ist, ob es noch zu einen weiteren Crash kommt oder ob sich der Aktienmarkt in den nächsten 2 Jahren weiter nach Süden entwickelt. Daher kaufe nicht alles auf einmal, damit Du genügend liquide Mittel übrig hast, um den Kurs effektiv nach unten zu drücken.

Du bist ein Anleger, der bereits investiert ist, dann vermute ich, dass Du die Aktienkurse stündlich verfolgst und wahrscheinlich nicht so genau weißt, was jetzt zu tun ist.

  1. Prüfe für Dich selbst, ob Deine Aktien fundamental noch wunderbar sind und ob Du sie überhaupt noch haben willst.
  2. Wenn Deine Antwort „Ja“ ist, dann behalte sie und kaufe in 3 bis 4 Tranchen nach. Denn Du weißt nicht, wie weit die Aktie noch fallen wird. Kaufe immer nach, wenn die Aktien 15 bis 20% ihres Wertes verlieren.
  3. Wenn Deine Antwort „Nein“ ist, dann steige sol schnell wie möglich aus den Markt aus und aktzeptiere Deinen Verlust. Denke nicht: „Solange ich nicht aussteige, solange habe ich auch nichts verloren.“ Diese Finanzpolitik bricht Dir das Genick und auch Deine gesamte Investition.
  4. Versuche nicht den Tiefpunkt zu finden. Das schafft ohnehin niemand. Warum solltest ausgerechnet Du das schaffen. Sei nicht schlauer als der Markt, aber versuche rationale entscheidungen zu treffen. Werde nicht gierig und lass Dich auch nicht vom Markt erschrecken.

Einstieg nach dem Crash:

Wann solltest Du einsteigen?

Ich denke ein guter Einstiegspunkt ist immer dann, wenn die Angst am größten ist. Da die Angst nie lange anhalten wird, so kann es sein, dass die Angst nachlässt, obwohl die Aktien weiter sinken. Ich halte mich an drei Indikatoren:

  1. Wenn die Terminstrukturkurve des VIX zurück geht bzw. unter 20 Punkte sinkt.
  2. Wenn der Greed and Fear Index zurück geht bzw. über 50 Punkte steigt.
  3. Wenn das Put / Call Ratio für Index Option, für Equity Option und für den VIX unter 1 sinkt.
  4. Wenn die institutionellen Anleger wieder in den Markt drängen. Man sieht es immer dann, wenn das Durchschnittsvolumen um das 10-fache steigt.

Der Crash des Russel 2000 von 2008 und von 2020

Hier siehst Du den Russel 2000. Ich benutz ihn sehr gerne als Frühindikator für die Aktienmärkte. Wenn Du dir den Höhepunkt des Russel 2000 im Jahre 2007 anschaust, dann siehst Du, dass der Index 60% seines Wertes verloren hat. Der Abwärtstrend hat fast 2 Jahre gedauert.

Wen Du den Russel 2000 im Jahr 2020 anschaust, dann siehst du, dass er seinen Höhepunkt bereits am 4. September 2018 hatte und diese Marke bis zu seinen Crash nicht mehr überschritten hatte. Er viel von 1748 Punkten auf 991 Punkte und verzeichnete somit einen Verlust von -42%.

Vielleicht denkst Du, dass der Crash jetzt vorbei sein muss, denn es kann ja nicht mehr tiefer nach unten gehen. Daher stelle ich Dir den Vergleich von 2008 gegenüber. Bedenke, dass der Russel 2000 im Jahr 2008 um 60% eingebrochen ist und darum 2020 definitiv noch Luft nach unten. Schätzungsweise bis zu 20%. Das ist auch der Grund, warum Du nicht alles auf einmal in den Markt pulvern solltest.